„Szeretettel üdvözöljük” (Herzlich willkommen) hieß es kürzlich im Marien-Kindergarten / Haus des Kindes in Hirschau.
Seit 13 Jahren ist der gemeinsame Kochabend eine schöne Tradition. Dabei steht jedes Mal ein anderes Land im Mittelpunkt, das durch eine Familie mit einer bestimmten Nationalität aus der Einrichtung vorgestellt wird. Nach einem bayerischen, einem ukrainischen, einem türkischen, einem amerikanischen, einem persischen, einem polnischen, einem schwedischen, einem rumänischen und einem bosnischen Abend durften die Eltern diesmal Ungarn kennenlernen.
Für diesen besonderen Abend hatten sich Frau Varga und Herr Nemeth ganz besonders viel Zeit genommen. Schon zu Hause bereiteten sie die verschiedenen Speisen vor und brachten damit ein Stück ungarische Küche direkt in die Einrichtung.
Während die letzten Arbeiten getätigt wurden und die Tische eingedeckt wurden, konnten bereits kleine Häppchen mit verschiedenen ungarischen Salami probiert werden.
Anschließend begann der kulinarische Abend mit einer ganz besonderen Suppe. Das ungarische Nationalgericht für heiße Sommertage namens Hideg Gyümölcsleves (kalte Obstsuppe). Die Variante basierte auf Sauerkirschen (Meggyleves) und einer Mischung aus Erdbeeren, Kirschen und Beeren. Mit ihren Gewürzen erinnerte sie beinahe an den Duft von Glühwein und sorgte für einen außergewöhnlichen Auftakt.
Als Hauptgericht gab es Rakott karfiol, einen herzhaften ungarischen Blumenkohl-Auflauf. Blumenkohl, Reis und Hackfleisch wurden geschichtet und anschließend überbacken.
Zum Abschluss durfte man sich auf Kókusztekercs, eine ungarische Kokosrolle, freuen. Die Kombination aus einer dunklen Masse und einer feinen Kokos-Butter-Füllung war ein süßer Abschluss, der bei den Gästen sehr gut ankam.
Doch an diesem Abend gab es noch viel mehr zu entdecken und zu lernen. Herr Nemeth hatte eine informative und aufwendig vorbereitete Präsentation zusammengestellt. Über den Beamer erfuhren die Eltern Interessantes über Ungarn, unter anderem über die ungarische Flagge, die Kultur und verschiedene Bräuche. Auch ungarische Lieder wurden vorgestellt, auf die Sprache wurde eingegangen und natürlich blieb viel Zeit für Fragen.
Besonders spannend war der traditionelle Osterbrauch des Locsolkodás, das sogenannte Oster-Sprengen. Dabei werden Mädchen und Frauen symbolisch mit Blumen verglichen: Damit sie nicht „verwelken”, sondern gesund, jung und schön bleiben, werden sie am Ostermontag „gegossen”. Traditionell trägt der Mann zunächst einen kleinen Locsolóvers, ein Sprichwort bzw. Gedicht, vor und bittet damit charmant um Erlaubnis. Als Dank gibt es traditionell verzierte Ostereier und andere kleine Köstlichkeiten. Während heute vielerorts nur etwas Parfüm versprüht wird, wird der Brauch in manchen ungarischen Dörfern noch sehr ursprünglich gefeiert – dort kann es durchaus vorkommen, dass die Frauen mit einem ganzen Eimer Wasser „besprengt” werden.
Der ungarische Abend war damit weit mehr als ein gemeinsames Essen. Er brachte Menschen miteinander ins Gespräch, ließ eine andere Kultur kennenlernen und bot gleichzeitig eine tolle Gelegenheit, sich in gemütlicher Atmosphäre kennenzulernen.
Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Elternbeiratswahl war der Abend eine schöne Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Es wurde viel gelacht, gefragt, erzählt – und natürlich gemeinsam gegessen.
Ein herzliches köszönjük – Dankeschön an Frau Varga und Herrn Nemeth für ihre Zeit, die tolle Vorbereitung, die interessanten Einblicke und natürlich für das leckere Essen.