Schaurig-schön wurde es am Freitagabend letzte Woche vor und in den Hahnbacher Kellern mit der Heimatpflegerin Marianne Moosburger. Die AOVE hatte zu historischen Fakten und manch schaurigen Geschichten eingeladen.
Zuerst lernte man die einstige Umgebung der Keller kennen. Dann wagte man sich, geschützt durch einen „Geisterabwehr-Stempel“, in das nur schummrig beleuchtete Innere der Keller.
Von der Entstehung der Buntsandsteine vor 200 Millionen, dem Marktzwang und der Funktion der Keller als sichere Lagerplätze in frühester Zeit hörte man. Vom Bierbrauen des untergärigen Biers und dem Bierdepot ging es weiter zur.
Erinnerung an das furchtbare Unwetter am Bennotag, dem 16.6.1812, wodurch immenser Schaden an Menschen, Tieren und Gebäuden entstand. Eine einzelne echte Fledermaus über einem Durchgang faszinierte und Moosburger hatte eine Fledermaus-Piloten- und eine „2-Radler-Vampir-Geschichte“ parat.
Alle staunten noch über die „Geisterbadewanne“ und auch die verschiedensten Aktivitäten, wofür die gehauenen und teils ausgemauerten Keller genutzt wurden. Denn dort kelterte nämlich der örtlichen Obst- und Gartenbauverein vor dem 2. Weltkrieg über 40.000 Liter Saft und Most.
Moosburger schilderte auch die bangen Nachtstunden am 22. April 1945, dem Ende des 2. Weltkriegs, für die dort dicht gedrängte angstvolle Bevölkerung, welche Gebete und eine Generalabsolution des Pfarrers ein wenig zu trösten hoffte.
Doch schon bald nach dem 2. Weltkrieg herrschte wieder emsiges Treiben in den Gewölben. Es waren Flüchtlinge, welche dort aus Sand, Zement und Wasser Betonsteine herstellten für dringend benötigten Unterkünfte.
In den verschiedenen Kellern erzählte Moosburger anschaulich mehrere alte Sagen und leichte Gruselgeschichten. Dazwischen durften sich die Kinder mit Klapper- und lärmenden Instrumenten auch gegen die Angst, die selbstverständlich von keinem Kind zugegeben wurde, abreagieren.
Gegen Ende suchten die Kinder noch den süßen Kellerschatz, der gleich verteilt und schnabuliert wurde. Wieder an der frischen Luft stärkte man sich noch mit rotem Saft, dem „Fledermaus- oder Drachenblut“ in heißem oder kaltem Wasser.