Die Kabarettistin durfte sich über einen ausverkauften Seidelsaal freuen. Ihre Bühnenpräsenz begeistert die Freunde des bayerischen Typenkabaretts. Mit viel Dialekt, ausdrucksstarker Mimik und schauspielerischem Talent hatte sie das Publikum schnell auf ihrer Seite – obwohl sie ihre Bühnenfigur alles andere als freundlich angelegt hat. Schon in jungen Jahren traumatisiert durch das Auftragen alter Kleidung und die Sozialisation in der bayerischen Einöde, entwickelte sie sich zu einem ganz eigenen Charakter. Wanninger plaudert über die Unwägbarkeiten des Lebens aus ihrer Sicht: Bahnfahren, Erben, das Erkanntwerden in der Sauna und die Schrecklichkeit der Farbkombination Rot und Orange. Stets eine Pointe oder Absurdität parat, bleibt sie meist im harmlosen Bereich, schiebt aber gerne auch einmal einen schwarz-humoristischen Hammer hinterher. „Man kann nicht ändern, was passiert, aber wie man damit umgeht”, lautet ihre Lebensmaxime. Dass sie sich allerdings schminken muss, damit die Gesichtserkennung ihres Handys sie überhaupt erkennt, nagt dann doch am Ego. Zur Auflockerung darf auch das Publikum mitsingen. Vor der Pause bringt Wanninger zudem einen Chanson zu Gehör. Auch Beziehungen sind schwierig – doch zum Glück schweißt ein Paar kaum etwas so sehr zusammen wie eine gemeinsame Abneigung. Nicht funktionierende Kommunikation ist ohnehin ein großes Thema für die Kabarettistin. Und auf die großen Fragen des Lebens hat auch sie keine Antwort. Doch nur Mut! Oder, wie Franziska Wanninger es formuliert: „Man soll nicht hinwerfen, wenn man Sargträger ist.”