Der Imkerverein Königstein startete einen letzten Versuch, einen Vorsitzenden zu finden. Bei der letzten Jahreshauptversammlung im März wurde eine neue Vorsitzende gewählt, die aber bereits wenige Tage später von ihrem Amt zurücktrat. Nun war der Verein ohne Führung. Kürzlich schrieb das Registergericht den Verein an und forderte ihn auf, innerhalb einer Frist von sechs Wochen mitzuteilen, wie es weitergeht: Falls sich kein Vorsitzender findet, wird der Verein aufgelöst und das Vereinsvermögen an den Kindergarten Königstein und Eschenfelden verteilt. Außerdem werden die Geräte des Vereins verkauft. Die Auflösung muss notariell beurkundet werden. 26 Mitglieder mit 90 Bienenvölkern zählt der Verein. „Es wäre sehr schade, wenn sich der Verein auflöst, denn wiederbeleben wird es sich danach kaum“, bemerkte Helmut Heuberger, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Sulzbach-Rosenberg, in der außergewöhnlichen Mitgliederversammlung. Vorsitzender Günther Haller gab zu bedenken, dass der Verein bereits 133 Jahre besteht und er schon vor eineinhalb Jahren seinen Rücktritt ankündigte. Nach längerer Diskussion forderte Martin Haller die Mitglieder auf abzustimmen. Zwei Mitglieder stimmten für die Auflösung, alle anderen waren dagegen. Bei der Abfrage stellte sich niemand als Vorsitzender zur Verfügung, außer nach längerem Zögern Rolf Brödner, der stellvertretende Vorsitzende. Er stellte jedoch die Bedingung, dass er weder die Medikamenten- noch die Futtermittelbestellung übernimmt. „Ich bin 77 Jahre und mache den Vorsitz nur, dass der Verein nicht aufgelöst wird.“, erklärte er. An seiner Stelle wurde Jan Brehm aus Achtel zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Da er das Amt des Beisitzers innehatte, wurde an seiner Stelle Anita Hastreiter einstimmig gewählt.
Helmut Heuberger war sehr erleichtert: „Ihr habt den Verein gerettet“, rief er den Neugewählten zu.
Geehrt für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Heinrich Merkl aus Schmalnohe. Er erhielt eine Urkunde und die Ehrennadel in Silber vom Bayerischen Imkerverein.