Im vergangenen Jahr hätte er seinen 80. Geburtstag feiern können, heuer jährte sich sein früher Tod zum 25. Mal: Nicht nur bei den Menschen seiner Heimatstadt Pressath ist Erzbischof Hans Schwemmer unvergessen. Wie in jedem Jahr gedachte seine Heimatpfarrei mit einem Gedenkgottesdienst des in Riggau geborenen Kirchendiplomaten, dessen humanitäres Engagement an seinen Wirkungsstätten in Papua-Neuguinea und auf den Salomonen als beispielgebend galt.
Wie in früheren Jahren übernahm Schwemmers langjähriger Freund, Domkapitular Josef Zerndl aus Schesslitz, gemeinsam mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl die Zelebration der Messfeier, deren musikalische Begleitung die Chorgemeinschaft Sankt Georg und Organist Konrad Göhl übernahmen. „Wir dürfen darauf hoffen, dass Hans Schwemmer uns nun in einer neuen Wirklichkeit Gottes segensreich zur Seite stehen darf”, bekräftigte Zerndl. Diesen Segen habe auch „unser Land für eine gemeinsam gestaltete Zukunft nötig”, die nicht auf einer „verdrehten Vergangenheit” beruhen dürfe.
In Anknüpfung an das Tagesevangelium, das „Gleichnis von den bösen Weinbergspächtern”, nannte Zerndl den Wein, der nicht die Bedeutung des täglichen Brotes besitze und doch seinen auch in der Bibek vielfach dokumentierten Platz in der göttlichen Ordnung besitze, ein „Sinnbild für das, was das Leben ein sinnvolles Ziel über den Alltag hinaus gibt” und dem sich die Menschen mit gleicher Treue und Gewissenhaftigkeit widmen sollen wie den alltagswichtigen Dingen. In der Eucharistie stehe der Wein für das „Blut Jesu und des Bundes” der Menschen untereinander und mit Gott. In diesem Sinne verweise er auch auf Werte wie „Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Freiheit, Glaube, Treue und Liebe”. Diesen Werten, die sich auch in den programmatischen Anfangsworten der Bundeshymne „Einigkeit und Recht und Freiheit” widerspiegelten, habe sich Hans Schwemmer verpflichtet gefühlt, dessen bischöflicher Wahlspruch „Zur Freiheit berufen” gelautet habe.