Die historische Druckerei in Sulzbach-Rosenberg war das Ziel der Veranstaltungsreihe „Gemeinde geht”. Dazu machten sich Mitglieder aus den Kirchengemeinden Etzenricht, Rothenstadt und Kohlberg gemeinsam auf den Weg.
Die Geschichte der Druckerei reicht bis ins Jahr 1862 zurück. Damals verlegte J. E. von Seidel seine Buchdruckerei vom Schloss in den neu erbauten Druckereisaal. In der Werkstatt entstanden regionale Pressemitteilungen, Kalender und zahlreiche Auftragsarbeiten. Zeitweise war die Druckerei sogar die größte ihrer Art in Süddeutschland.
Besonders beeindruckend war die alte Druckmaschine, an der bis 1976 gearbeitet wurde. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich davon überzeugen, dass dieses historische Meisterwerk der Maschinenbaukunst auch heute noch funktioniert.
Ein weiterer Höhepunkt war die alte Bibliothek. Ihre Schriften reichen mehrere Jahrhunderte zurück. Zu den wertvollsten Schätzen zählt eine Lutherbibel aus dem 16. Jahrhundert. Sie beeindruckt mit farbigen Bildern, kunstvollen Schmuckschriften und einem alten Ledereinband.
Nach 1976 fiel die Druckerei zunächst in einen Dornröschenschlaf. Erst im Jahr 2006 wurde sie durch den damals gegründeten Trägerverein wieder zum Leben erweckt. Beim Durchsehen der alten Bestände entdeckte man 2008 auch eine Bildergeschichte von Wilhelm Busch mit dem Titel „Der Kuchenteig”. Busch hatte das Werk einst der bekannten Druckerei zum Druck angeboten – leider kam es damals nicht dazu.
Heute dient der große Saal nicht nur als Museum, sondern auch als Kleinkunstbühne. Neben Führungen und Druckvorführungen finden dort regelmäßig Theateraufführungen, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen statt.
Bei den anschließenden Gesprächen zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tief beeindruckt. Sie würdigten besonders die engagierte und mühevolle Arbeit des Trägervereins, der dieses wertvolle Stück regionaler Geschichte bewahrt und für die Öffentlichkeit zugänglich macht.