Seit 55 Jahren stehen Geselligkeit, Freundschaft und Zusammenhalt beim AWO-Seniorenclub „Gretl Fastner“ im Mittelpunkt. Rund 40 Gäste feierten am 7. Oktober das Jubiläum und ließen gemeinsam mit Ehrengästen die bewegte Geschichte des Clubs aufleben. Dabei wurde deutlich: Die Gemeinschaft ist bis heute das Herzstück des Seniorenlebens.

AWO-Ortsvereinsvorsitzender Franz Witt und Seniorenclubleiterin Karin Rößler begrüßten die Ehrengäste, darunter Landtagsabgeordnete Nicole Bäumler, Pfarrer Ullrich Gruber, AWO-Kreisvorsitzende Karin Gesierich und die Seniorenbeauftragte der Stadt, Gabi Fröhlich. Eine besondere Freude bereitete ihnen der Besuch von Angehörigen früherer Leiterinnen, die eigens aus München angereist waren.

Karin Rößler berichtete aus dem Alltag des Seniorenclubs. Die Mitglieder treffen sich alle 14 Tage und gestalten ihre Nachmittage passend zur Jahreszeit. Zum Jahresbeginn stoßen sie mit einem Glas Sekt an, in der Faschingszeit gehört das Heringsessen dazu. Auch Osterfeiern und ein Oktoberfest mit Leberkäse stehen auf dem Programm. Die Weihnachtsfeier richtet der Club gemeinsam mit dem AWO-Ortsverein aus. Besonders am Herzen liegt der Leiterin das Miteinander. „Man schaut gegenseitig aufeinander auf, alle sind rege und kommen zweimal im Monat zusammen“, sagte Rößler.

Franz Witt ließ die Geschichte des Clubs Revue passieren. Am 3. Februar 1971 gründeten die Mitglieder im Gasthaus „Zum Wieselbrunnen“ den Seniorenclub. Unter dem damaligen Vorsitzenden Sepp Eichinger trugen sich 63 Personen in die Anwesenheitsliste ein. Zu ihnen gehörte Gretl Fastner, die noch im selben Jahr den Vorsitz des Altenclubs übernahm und der Gemeinschaft ihren Namen gab. Dann zog der Club in das ehemalige Gewerkschaftsjugendheim um, das der AWO-Bezirksverband 1990 erworben hatte. Dort entstand zusätzlich eine Gymnastikgruppe für Neustädter Senioren, die viele Jahre Bestand hatte. Bei allen Veränderungen blieb für Witt eines entscheidend: „Die Gemeinschaft stand immer im Mittelpunkt“.

In ihren Grußworten unterstrichen die Ehrengäste die Bedeutung der Seniorenarbeit. Nicole Bäumler hob die Grundwerte der Arbeiterwohlfahrt hervor: „Soziale Gerechtigkeit und Solidarität“ gehörten zu den tragenden Säulen der Organisation. Karin Gesierich erinnerte an markante Ereignisse aus dem Gründungsjahr 1971. Pfarrer Ullrich Gruber richtete ebenfalls ein Grußwort an die Festgesellschaft. Gabi Fröhlich dankte im Namen der Stadt allen Verantwortlichen für ihren Einsatz im Seniorensektor. Das Jubiläum machte deutlich, wie viel ehrenamtliches Engagement dazu beiträgt, älteren Menschen Gemeinschaft und Teilhabe zu ermöglichen.

Bei Kaffee und Kuchen klang die Feier in geselliger Runde aus. Dabei wurden zahlreiche Anekdoten aus 55 Jahren Seniorenclub wieder lebendig. Die Erinnerungen zeigten, dass der Club weit mehr als ein regelmäßiger Treffpunkt ist.