In einem festlichen Rahmen ging am Wochenende die Jubiläumsfeier zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Waldershof im Katholischen Pfarrheim über die Bühne. Vorsitzender Florian Kops konnte dazu zahlreiche Ehrengäste und Abordnungen örtlicher Feuerwehren begrüßen.
In seinem Rückblick erinnerte Florian Kops an die Gründung der Feuerwehr: „Wenn wir uns vorstellen, wie alles im Jahr 1876 begann, als die Mark als einheitliche Währung eingeführt und der Ottomotor entwickelt wurde, das Patent für das Telefon angemeldet und auch die Bayreuther Festspiele eröffnet wurden. Es war eine Zeit, in der es noch keine moderne Kommunikation, kein elektrisches Licht und schon gar keine Fahrzeuge gab, dann können wir eigentlich nur den Hut ziehen vor den Männern, die damals an jenem Donnerstag, den 17. August sagten, wir brauchen eine Feuerwehr.“ Kops weiter: 150 Jahre – das ist halt jetzt einfach mal so eine Zahl, aber für uns bedeutet sie vieles mehr. Sie steht für Mut, Zusammenhalt und Engagement für unsere Heimat und die klare Ansage, wenn’s brennt, rennen wir nicht weg, wir rennen hin.“
Zur Entwicklung der Hilfsmittel ergänzte der Vorsitzende: „Waren anfangs noch Löscheimer das Mittel der Wahl, folgten bald hochmoderne Handdruckspritzen, Schlauchwägen und Schiebleitern. Auch wenn die Brandbekämpfung damals noch körperliche Schwerstarbeit war, ebneten diese Innovationen den Weg in die Zukunft. Sie waren der Anfang von dem, was wir heute sind, eine moderne und hervorragend ausgebildete Stützpunktfeuerwehr.“ Früher war Feuer die größte Gefahr, heute kommen technische Hilfeleistungen, Unwetterlagen und viele andere Herausforderungen hinzu.
„Die Kameradschaft hat sich in den letzten 150 Jahren nicht verändert, wir können uns bei Einsätzen – damals wie heute – in schwierigen und scheinbar unlösbaren Situationen immer aufeinander verlassen“, sagte Florian Kops und ergänzte: „Neben den Aktiven gilt mein Dank dem Feuerwehrverein mit seinen zahlreichen Helfern, die bei allen Arbeitseinsätzen, Festen und Ausflügen mit Hand anlegen sowie den Fördermitgliedern, die so manche Anschaffung für die Feuerwehr ermöglichten.“
An die Aktiven gewandt erklärte Kops: „Mein Dank gilt allen aktiven Feuerwehrfrauen und -männern, die Tag und Nacht bereitstehen, wenn der Melder geht. Egal ob Sonntagmorgen oder Heiligabend – ihr seids da, wenn andere Hilfe brauchen. Das verdient in der Gesellschaft den größten Respekt. Ebenso danke ich unserer Jugend- und Kinderfeuerwehr und deren Betreuern für ihr Mitwirken. Hier wird der Grundstein für die Zukunft der Wehr gelegt.“
Für Florian Kops steht fest: „Feuerwehr funktioniert immer, bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter, von jetzt an auf die andere Minute, egal an welchem Tag. Niemand weiß, was uns erwartet, aber wir wissen, warum wir fahren. Für die Menschen, für die Heimat, für die Nächsten und für das, was wir lieben, unsere Heimat.“ Die Festschrift ist noch in Arbeit und wird zum Gartenfest 2027 fertig.
Bürgermeisterin Margit Bayer erinnerte in ihrem Grußwort an die letzten großen Investitionen mit dem Anbau an das Feuerwehrgerätehaus und den Ersatzbeschaffungen der Einsatzfahrzeuge: „Hier waren wir auf eure Expertisen angewiesen und sind dafür sehr dankbar. Wir haben damit auch die Voraussetzungen für die zukünftigen Herausforderungen im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz enorm verbessert. Ich schätze die hervorragende Zusammenarbeit mit dem jungen Führungsteam. Allen Aktiven wünsche ich eine gesunde Rückkehr von den Einsätzen.“
Stellvertretender Landrat Muhammet Dal, der im aktiven Polizeidienst beschäftigt ist, gratulierte zum Jubiläum und sprach den Aktiven seine Anerkennung und Wertschätzung aus: „Ohne Feuerwehr würden wir viele Einsätze nicht hinkriegen.“ Als Beispiele nannte Dal Verkehrsunfälle mit Straßensperrungen, Wohnungstüröffnungen oder die Suche nach vermissten Personen und ergänzte, dass die Feuerwehren im Landkreis im Jahr etwa 2000 Einsätze fahren.
Kreisbrandrat Stefan Gleißner würdigte die Arbeit der Waldershofer Wehr und appellierte an die Verantwortlichen, den Nachwuchs zu fördern, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Sein Dank galt auch den Partnerinnen und Partnern der Aktiven sowie den Unternehmen, die ihre Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze freistellen.
Grußworte gab es auch von den Patenvereinen Poppenreuth und Schurbach und der Nachbarfeuerwehr aus Marktredwitz. Aus Thalheim in Hessen war die dortige Feuerwehr mit einer Abordnung zur Jubilarfeier angereist. „Seit 25 Jahren pflegen wir unsere Partnerschaft und haben gerne zur 150-Jahrfeier zugesagt.“ Als Geschenk gab es einen Stehtisch mit den Wappen von Waldershof und Thalheim sowie Bier aus kleinen Bechern.
Für die evangelische Kirchengemeinde gratulierte Pfarrer Michael Kelinske und machte deutlich: „Menschenleben zu retten, Feuer zu löschen, Hab und Gut anderer zu schützen und in Not Geratene zu bergen. Dafür setzen sie sich mit ihrer Zeit und Kraft, mit Geschick und Ausdauer, mit ihrer Gesundheit, ja mit ihrem Leben ein. Als Christinnen und Christen glauben wir, dass wir dabei auch auf Gottes Segen, auf seine Hilfe angewiesen sind, damit die Einsätze gelingen. Ich wünsche euch auch für die Zukunft Gottes Dabei sein und seinen Segen bei all euren Einsätzen.“
Zum Jubiläumsabend gehörten auch zahlreiche Ehrungen. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Uwe Bergner, Edgar Reichold und Matthias Knösch ausgezeichnet. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Stefan Albrecht, Manfred Detterbeck und Stefan Deubzer geehrt und für 50 Jahre Reinhard Bayer, Gottfried Hartmann, Josef Herold, Wolfgang Kellner, Anton Schinhärl und Roland Kislinger. Auf 60 Jahre Mitgliedschaft bringen es Alois Postner, Alfred Postner und Anton-Theodor Lutz. Für Lutz (26 Jahre) und Willi Kern (14 Jahre) gab es noch ein kleines Präsent für die langjährige Mitarbeit als Kassenprüfer.
Mit der Bayern-Hymne, angestimmt von den „Mukkern“, endete der offizielle Teil. Bei gutem Essen und Musik wurde anschließend zünftig weiter gefeiert.